Empfängnisverhütung

Kontrazeption (Empfängnisverhütung) ist ein wichtiges Thema für jede Frau nach der ersten bis zur letzten Regelblutung. Es gibt heute eine Vielzahl von Verhütungsmöglichkeiten, sodass Sie sich eine entsprechend Ihren Bedürfnissen geeignete Methode auswählen können. Es gibt nicht die optimale Verhütungsmethode. Jedes Mädchen und jede Frau beurteilt die Vor- und Nachteile einer Methode vermutlich unterschiedlich.

Die meist wichtigsten Kriterien bei der Auswahl sind:

  • Zuverlässigkeit (Pearl-Index)
  • Verträglichkeit
  • Handhabbarkeit
  • Nebenwirkungen
  • Wirkungsdauer

Nach Informationen der BZgA spielen weitere Kriterien eine wichtige Rolle:

  • Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen
  • Gesundheitliche Aspekte (Körpergewicht, Blutdruck, Vorerkrankungen, etc.)
  • Lebenssituation und das Alter der Anwenderin
  • Einstellung zum und das Wissen über den eigenen Körper
  • Art der Paarbeziehung
  • Kosten
  • Zyklusverhalten (z.B. Menstruationsstörungen)
  • Hormonelle Störungen mit Auswirkungen auf die Haut oder das Haarwachstum

Mechanische Verhütungsmittel

Mechanische Verhütungsmittel verhindern, dass die Spermien die Eizelle erreichen (Barrieremethoden). Zu den mechanischen Verhütungsmitteln gehören u.a. das Kondom, die Spirale, das Diaphragma und die Portiokappe.

Die Spirale (IUP) ist meist kupfer- oder hormonhaltig. Diese Verhütungsmethode ist reversibel und allgemein über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren wirksam. Der Pearl-Index* liegt bei 0,1-1. Die IUP-Einlage stellt einen sensiblen Eingriff dar, der auf intensiver Vorbereitung und der Erfahrung des behandelnden Arztes aufbaut. Eine regelmäßige IUP-Lagekontrolle verhindert Komplikationen während der Anwendung.

Chemische Verhütungsmittel

Chemische Verhütungsmittel enthalten Substanzen, die die mit ihnen in Kontakt kommenden Spermien abtöten. Zu ihnen gehören u.a. Cremes, Gels, Scheidenzäpfchen und Schäume.

Sie weisen einen hohen Pearl-Index* auf und sind deswegen als alleinige Verhütungsmethode nicht zu empfehlen.

Natürliche Familienplanung (NFP)

Mit den Methoden der natürlichen Familienplanung(NFP) werden anhand von Körperzeichen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus bestimmt. An den eindeutig unfruchtbaren Tagen ist dann keine weitere Verhütung erforderlich.

Die symptothermalen Methode basieren auf der Beobachtung verschiedener Körperzeichen, an denen Frau erkennt, wann ihre fruchtbaren Tage sind. Es werden die morgendliche Aufwachtemperatur und die Konsistenz des Gebärmutterschleims berücksichtigt. Obwohl nur etwa sechs bis sieben Tage im Zyklus fruchtbar sind, gibt es bisher keine Methode, mit der diese Tage ganz exakt bestimmt werden können. Wer die Methode (z.B. sensiplan®) erfolgreich anwenden will, braucht etwas Übung. Paare sollten eine Lernphase von etwa drei Zyklen einplanen.

Sterilisation

Bei der Sterilisation der Frau wird bevorzugt die Methode der Laparoskopie durchgeführt, um die Eileiter zu verschließen und damit eine Zeugungsunfähigkeit zu erreichen. Diese Methode eignet sich bei abgeschlossener Familienplanung.

Bei der Laparoskopie werden die Eileiter durchtrennt. Es können auch Clips angebracht werden, die jedoch eine geringere Sicherheit bieten. Der Eingriff wird in einer Vollnarkose durchgeführt. Die Unfruchtbarkeit besteht sofort nach der Operation und ist in der Regel nicht rückgängig zu machen. Der Pearl-Index* liegt bei 0,2. Störungen der Sexualität oder Hormone treten im Allgemeinen nicht auf.

Bei der Sterilisation des Mannes (Vasektomie) handelt es sich um ein operatives Verfahren, das durchgeführt wird, um eine Zeugungsunfähigkeit zu erreichen.

Lassen Sie sich bei der Auswahl der geeigneten Methode beraten, wir helfen Ihnen gern.

* Pearl-Index: Der Pearl-Index beschreibt die Zuverlässigkeit einer empfängnisverhütenden Maßnahme anhand der Zahl der aufgetretenen Schwangerschaften pro 1.200 Anwendungszyklen beziehungsweise pro 100 Anwendungsjahren.