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Hormonelle Verhütungsmethoden

Zur Empfängnisverhütung (hormonellen Kontrazeption) werden im Regelfall

kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK),   

bestehend aus einer Estrogen-Gestagen-Kombination, eingesetzt. Bei der sogenannten "Mikropille" wird die Östrogenkomponente mit 15-35 μg Ethinylestradiol (EE) oder Estradiovalerat ausgestattet.

Die 2- bis 3-Stufenpräparate haben stufenweise veränderte Konzentrationen des Estrogens und/oder des Gestagens. Die monophasischen Kombinationspräparate (Einphasenpräparate) enthalten eine konstante Tagesdosis der Hormone. Die meisten Präparate werden über 21 Tage eingenommen, gefolgt von einem siebentägigen hormonfreien Intervall (HFI).

Ein Sonderfall ist die sogenannte östrogenfreie Pille, sie wird durchgängig eingenommen und eignet sich besonders für die Frauen, die keine synthetischen Östrogene in der "Pille" nehmen wollen oder dürfen( z.B. in der Stillzeit, bei einer Thrombosevorgeschichte oder auch unter Vorbehalt bei Raucherinnnen). Nachteile sind häufigere Zwischenblutungen und ein insgesamt instabilerer Zyklus

Der Verhütungsring entspricht in seiner Wirkung der der "Pille", es entfällt jedoch die tägliche Anwendung, nur einmal im Monat muss an Verhütung gedacht werden.

Vaginalring








 


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Die Wirkung des Hormonstäbchens entspricht der der östrogenfreien Pillen, es handelt sich dabei um ein Stäbchen von 4 cm Länge und 2 mm Durchmesser, welches unter die Haut des Oberarmes implantiert wird und insgesamt drei Jahre liegenbleiben kann. Es muss danach mit Hilfe eines kleinen Eingriffes wieder entfernt werden.

 

3-Monats-Spritze

Die Dreimonatsspritze enthält das Hormon Gestagen und wird in den Gesäß- oder Deltamuskel injiziert. Die erste Injektion erfolgt innerhalb von fünf Tagen nach Beginn einer Menstruationsblutung und wird alle 90 Tage wiederholt. Es kommt besonders in den ersten Wochen und manchmal Monaten relativ häufig zu Zyklusstörungen wie Zwischenblutungen, später stellt sich im allgemeinen eine Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation) ein. Da die die verabreichten Hormonmengen relativ hoch sind, kann es auch längere Zeit dauern, bis nach der letzten Injektion sich der Zyklus wieder normalisiert hat.

 

Am Anfang einer Pillen-Erstverordnung steht eine genaue Anamnese (Krankengeschichte) und eine gynäkologische Untersuchung, inkl. zytologischen Abstrichs.

Folgende Krankheiten und Gesundheitsrisiken müssen im Rahmen der Anamnese bedacht werden:

  • Alter* [gesunde Frauen über 40 Jahre ohne Risikofaktoren können KOK bis zur Menopause einnehmen]
  • Familiäres Mammakarzinom (Brustkrebs)
  • Rauchen*
  • Adipositas (Übergewicht)*
  • Lag bereits eine Thrombose vor oder sind Thrombosen in der Familie aufgetreten?
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Lebererkrankungen

*Risikofaktoren für eine venöse Thrombose/venöse Thromboembolie (VTE) 

Bestandteil der "Pillen-Erstverordnung" ist das Gespräch über die Sicherheit der Methode. Wir weisen natürlich auf Faktoren hin, die diese Sicherheit negativ beeinflussen können:

  • Medikamente (z.B. Antiepileptika wie beispielsweise Phenytoin, Carbamazepin; Antibiotika wie beispielsweise Amoxycillin; manche Analgetika z.B. auch Paracetamol und Aspirin, Sedativa (Beruhigungs- und Schlafmittel) z.B. Diazepam und andere sog. Benzodiazepine
  • Magen-Darm-Erkrankungen  (z. B. Diarrhoe/Durchfall)
  • unregelmäßige Einnahme
  • Fernreisen über mehrere Zeitzonen

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Quellenangabe Fotos: commons.wikimedia.org/wiki/File:NuvaRing_compressed.jpg